"Blick auf eine Felsgravur auf einem Stein, umgeben von saftigen Pflanzen in der Umgebung. Die Gravur zeigt geometrische Formen und abstrahierte Figuren, die im Kontrast zur grünen und dichten Vegetation stehen, die sie umgibt."

Ein Petroglyph verbindet die alten Kanarier mit Numidien.

Ein Petroglyph

alten Kanarier und Numidien

Was verbindet die alten Kanarier mit Numidien?

Ein kürzlich entdeckter archäologischer Fund liefert neue Erkenntnisse über die frühen Bewohner von Fuerteventura und Lanzarote. Dem Fund zufolge standen sie in Kontakt mit Kulturen Nordafrikas, konkret mit Völkern aus dem Gebiet von Numidia.

Das Petroglyph, das die historische Verbindung bestätigt

Der Fund besteht aus einer Felsgravur, die einen Sohn oder ein Mitglied des Clans Cemidán erwähnt. Der Text ist in einem alten libio-lateinischen Alphabet geschrieben. Das deutet darauf hin, dass die ersten Bewohner dieser Inseln eine Sprache verwendeten, die der der numidischen Gemeinschaften ähnlich war.

Diese Inschrift wurde vom Archäologen José Juan Jiménez, Doktor der Prähistorie an der Universidad de La Laguna (ULL), neu interpretiert. Seiner Forschung zufolge deutet die Verwendung dieses Alphabets darauf hin, dass eine einheitliche Stammesgruppe beide Inseln zu Beginn unserer Zeitrechnung kolonisierte. Später soll sich die Gruppe nach der Ankunft auf jeder Insel aufgespalten haben.

Zwei Schriftsysteme im Kanarischen Archipel

Die Felszeichnungen zeigen, dass die alten Kanarier zwei Schriftsysteme verwendeten: das libisch-lateinische und das libisch-berberische. Obwohl beide während der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung verwendet wurden, variierte die geografische Nutzung des einen oder anderen je nach Insel.

Das libio-lateinische Alphabet findet sich nur auf Fuerteventura und Lanzarote. Dagegen kommt das libio-berberische System auf allen Inseln vor, jeweils mit eigenen Anpassungen.

Parallelen zu nordafrikanischen Inschriften

Am erstaunlichsten ist, dass ähnliche Texte in Nordafrika existieren. Sie finden sich vor allem in dem Gebiet, das heute Nordostalgerien, Tunesien und Nordwestlibyen entspricht. Diese Übereinstimmungen ermöglichten die Übersetzung von Stelen und Epitaphien, die Namen von Stämmen, Abstammungen, Titeln und Personennamen in zwei verschiedenen Schriften nennen.

Dieser Fund stärkt die sprachlichen und kulturellen Verbindungen zwischen den Völkern Nordafrikas und den Kanarischen Inseln. Außerdem eröffnet er neue Forschungsansätze zu den prähispanischen Migrationsrouten.

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