Nahaufnahme des Stammes eines riesigen Kiefernbaums mit dicker, rauer Rinde und weit ausladenden Ästen. Der Baum ist von einem kleinen Bereich umgeben, der mit Bänken und einer Steinmauer abgegrenzt ist, mitten in einem Kiefernwald, der von Tageslicht erleuchtet wird.

Der stille Riese im Süden von Teneriffa

Tief im Naturpark Corona Forestal, nur wenige Minuten vom Dorf Vilaflor de Chasna, erhebt sich ein stiller Zeuge von Jahrhunderten: die Pino Gordo. Mit mehr als 9 Metern Umfang und fast 45 Metern Höhe, ist dieses Exemplar von Pinus canariensis nicht nur der Baum mit dem größten Volumen in Europa, sondern auch ein lebendiges Symbol für den Widerstand und die Majestät der kanarischen Natur.

Anders als andere natürliche Monumente, die komplizierte Aufstiege oder spezielle Genehmigungen erfordern, befindet sich der Pino Gordo nur wenige Meter von einer Nebenstraße entfernt, zugänglich über einen kurzen, gut beschilderten Pfad. Diese Nähe mindert nicht seine Wirkung: Im Gegenteil, sie intensiviert die Aufregung, ihn plötzlich zu entdecken, als ob der Wald dir eines seiner gut gehüteten Geheimnisse offenbaren wollte.

Ein Zeuge der Jahrhunderte

Geschätzt auf über 500 Jahre alt, hat der Pino Gordo multiple Waldbrände, Stürme und extreme Klimaveränderungen überlebt. Sein dicker, gedrehter Stamm zeigt Narben, die von Kämpfen gegen das Feuer erzählen, während seine Krone mit Würde zum Himmel aufsteigt und die Landschaft im Süden von Teneriffa dominiert.

Was ihn von anderen kanarischen Kiefern – einer bereits emblematischen Art – unterscheidet, ist sein außergewöhnliches Volumen. Obwohl es in anderen Regionen höhere Kiefern gibt, überschreitet keine in Europa sein Gesamtvolumen. Dieser Rekord macht ihn zu einem Anziehungspunkt nicht nur für Botaniker und Ökologen, sondern auch für Reisende, die authentische Erlebnisse abseits der üblichen Touristenpfade suchen.

Zugang und natürliche Umgebung

Der Zugang zum Pino Gordo ist einfach: Vom Zentrum von Vilaflor aus muss man nur die TF-21 in Richtung des Parador Nacional nehmen und sich von einem kleinen, asphaltierten Weg abzweigen, der zu einem improvisierten Parkplatz führt. Von dort aus führt ein Weg von nur 200 Metern direkt zum Baum.

Das Umfeld ist eingebettet im Naturpark Corona Forestal, dem größten Waldreservat der Kanaren und einer der wichtigsten zusammenhängenden Flächen von kanarischer Kiefer weltweit. Hier ist die Luft auch im Sommer frisch, und die Stille wird nur durch den Wind zwischen den Nadeln der Kiefer oder das Zwitschern endemischer Vögel wie des kanarischen Zikadensängers unterbrochen.

Dieser Ort ist ideal für:

  • Naturfotografie: das Licht, das durch die Baumwipfel filtert, schafft einzigartige Schattenspiele.
  • Umweltbildung: perfekt, um Kindern und Erwachsenen die Bedeutung der Inselsysteme zu erklären.
  • Leichtes Wandern: zahlreiche Routen führen von der Gegend aus, wie der Weg zum Roque del Conde oder zur Caldera del Rey.

Warum es sich lohnt, ihn zu besuchen

Über seine Größe hinaus steht der Pino Gordo für eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Auf einer Insel, wo der Massentourismus manchmal den natürlichen Reichtum überstrahlt, lädt dieser Baum dazu ein, innezuhalten, durchzuatmen und eine Verbindung zu etwas älterem als uns herzustellen. Es gibt keine Eintrittskarten, keine Öffnungszeiten und keine Menschenmengen: nur du, der Wald und ein Riese, der Generationen kommen und gehen gesehen hat.

Darüber hinaus macht seine strategische Lage ihn zu einem perfekten Halt auf Routen durch den Süden von Teneriffa: kombiniere ihn mit einem Besuch des Teide, zu den Aussichtspunkts von La Centinela oder den Weinbergen von Vilaflor, dem höchstgelegenen Dorf Spaniens.

Tipps für deinen Besuch

  • Trage bequeme Schuhe: obwohl der Zugang kurz ist, kann das Gelände uneben sein.
  • Besuch bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang: das Licht ist weicher und es gibt weniger Besucher.
  • Respektiere die Umgebung: berühre die Rinde nicht und hinterlasse keinen Müll. Der Pino Gordo ist zerbrechlich, trotz seines robusten Aussehens.
  • Überprüfe den Zustand des Weges: an regnerischen Tagen kann der Zugang rutschig werden.

Fazit

Das Pino Gordo von Vilaflor ist nicht nur ein Baum: er ist ein lebendiges Denkmal, ein natürliches Erbe und ein sinnliches Erlebnis, das die wilde Essenz von Teneriffa einfängt. In einer hektischen Welt bietet er ein seltenes Geschenk: die Möglichkeit, sich an etwas wahrhaft Altem, Stille und Mächtigem zu erfreuen.

Bereit, den Riesen des Südens kennenzulernen? Du brauchst nur Neugier… und ein paar gute Schuhe.

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