Frittierte Süßigkeiten, die mit Zucker überzogen sind, variieren in Form und Größe, wahrscheinlich Gebäck oder Ringkuchen.

Ein Fest für die Sinne

Auf den Kanarischen Inseln ist Weihnachten nicht nur sichtbar und spürbar; es wird geschmeckt. Mit dem Einzug des Dezembers erfüllt ein charakteristischer Duft nach gerösteten Mandeln, Honig und Anis die Küchen und Konditoreien. Die kanarische Weihnachtsbäckerei ist ein Universum der Köstlichkeiten, das weit über das Turrón der Halbinsel hinausgeht und eine süße Tradition webt, in der lokale Produkte – wie Mandeln, Palmenhonig oder Gofio – die wahren Protagonisten sind. Das Anstoßen und Genießen dieser Süßigkeiten ist nicht nur ein Vergnügen, sondern ein Ritual der Verbindung mit dem Land und der Erinnerung an die Großmütter.

Die Seele der Süßwaren: Mantecados, Polvorones und Rosquetes

Die Basis der süßen Weihnachtskultur der Kanaren beruht auf einigen wenigen wesentlichen Schätzen, die über Generationen weitergegeben und perfektioniert wurden:

  • Handgemachte Mantecados und Polvorones: Hier passt sich die Tradition der Halbinsel an das Land an. Sie werden hergestellt aus Schweineschmalz (daher der Name), Zucker, Mehl und Mandel. Das kanarische Geheimnis liegt in der Zugabe von Gofio (geröstetes Getreidemehl), das ihnen einen gerösteten Geschmack und eine einzigartige, schmackhafte Textur verleiht. Der echte Polvorón zerfällt auf der Zunge und sollte in das klassische Seidenpapier eingewickelt werden.
  • Rosquetes: Diese kleinen, knusprigen und leicht anisartigen Ringe sind die perfekte Begleitung zum Nachmittagskaffee. Ihre Einfachheit ist ihre Tugend.
  • Süße Truchas oder Empanadillas: Sie sind eines der typischsten Weihnachtsgebäcke der Kanaren: frittierte oder gebackene Teigtaschen, die mit einer köstlichen Paste gefüllt sind. gekochter Süßkartoffel oder Engelshaar (Kürbis-Konfitüre) gefüllt. Sie sind ein feuchter und köstlicher Bissen, der die Trockenheit der Polvorones ausgleicht.

Die exklusiven Sterne: Bienmesabe und Huevos Mole

Hier entfaltet die kanarische Patissierkunst ihre ganze Originalität. Zwei Desserts, die man nicht überall findet:

  • Bienmesabe: Der Name sagt alles ("es schmeckt gut"). Es ist eine dichte, seidige Creme aus gemahlenen Mandeln, Zucker, Eigelb und Zitrone. Sie wird kalt serviert, oft begleitet von Eis oder Schlagsahne. Sie ist intensiv, aromatisch und ein echtes Festtagsdelikatessen. Besonders in Verbindung mit der Stadt Tejeda (Gran Canaria).
  • Mole Eier: Ein weniger bekanntes Juwel, das besonders typisch für Teneriffa ist. Es wird aus Eigelb und Sirup hergestellt, manchmal mit Zimt oder Zitrone aromatisiert, bis eine goldene, cremige Masse entsteht. Es wird allein oder als Begleitung zu Biskuit und anderen Desserts serviert.

Der goldene Toast: Malvasía-Wein und Kräuterlikör

Zu Weihnachten teilt der Cava den Tisch mit zwei flüssigen Botschaftern der Inseln:

  • Malvasía-Wein: Dieser natürliche Süßwein, der hauptsächlich in Lanzarote und La Palma, und auch in Teneriffa, produziert wird, ist der Inbegriff des Anstoßes. Mit einer goldenen Bernsteinfarbe, einem Aroma von Trockenfrüchten, Honig und manchmal einer salzigen Vulkan-Note, ist er der perfekte Begleiter für Turrones und Mantecados. Sein Genuss ist eine Reise in die Geschichte, als der „Canary Sack“ in den europäischen Höfen berühmt war.
  • Kräuterlikör und Ronmiel: Nach einem opulenten Abendessen gibt es nichts Besseres als ein Glas dieses digestiven Likörs. Der Kräuterlikör wird durch Mazeration von aromatischen Kräutern wie Hierbahuerto oder Poleo hergestellt, während der Ronmiel, typisch für Gran Canaria, Rum und Honig kombiniert. Er ist sanft, aromatisch und wohltuend.

Wo man die besten handwerklichen Süßigkeiten kauft

  • Historische Süßwarenläden: Suche nach Geschäften mit Tradition in jeder größeren Stadt.
  • Backöfen und Klöster: In vielen Dörfern produzieren traditionelle Holzöfen (tahonas) weiterhin tägliche Chargen. Frage danach in Orten wie Teror, Arucas (Gran Canaria) oder La Orotava (Teneriffa).
  • Weihnachtsmärkte: Die Märkte von Vegueta (Gran Canaria) oder La Laguna (Teneriffa) sind hervorragend, um kleine Produzenten zu finden und vorher zu probieren, bevor du kaufst.

Tipps für den süßen Reisenden

  1. Frag nach der „Pralinenbox“: In jedem Süßwarenladen, bitte um eine Box mit einer Mischung aus Mantecado, Polvorón und Rosquetas. Es ist die beste Art, alles zu probieren.
  2. Trau dich an das Lokale: Bleib nicht nur beim Bekannten. Bitte um ein Stück Bienmesabe oder ein Ei Mole.
  3. Stoße an wie ein Inselbewohner: Nachmittags ein Kräuterlikör; beim Weihnachtsessen ein Glas Malvasía.
  4. Nimm es mit dir: Diese Süßigkeiten halten sich gut und sind ein perfektes Geschenk. Stelle sicher, dass sie gut vakuumverpackt sind für die Reise.

Der Geschmack der Erinnerung

Die süße kanarische Weihnacht zu kosten, ist eine Reise zu den authentischsten Geschmäckern der Inseln. Jeder Mantecado mit Gofio, jedes Glas Malvasía, jeder Löffel Bienmesabe enthält die Geschichte eines Volkes, das seine bescheidenen Produkte in feierliche Schätze verwandeln konnte. Es ist eine Einladung, die Feste nicht nur mit Freude, sondern mit dem tiefen und sonnigen Geschmack des kanarischen Landes zu feiern. Fröhliche und süße Feiertage!

FROHE WEIHNACHTEN

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